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Eine Reise durch das Kakteenjahr



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Das Gewächshaus

Für einige Kakteenfreunde stellt sich im Laufe der Zeit ein Problem ein. Eines Tages merkt man, das der Platz für die geliebten Pflanzen nicht mehr ausreicht. Jetzt muss ein Gewächshaus her. Ein Gewächshaus kauft man sich nicht alle Tage und der Kauf geht je nach Anspruch mächtig ins Geld. Folgende Überlegungen sollten bei der Anschaffung jedoch eine Rolle spielen.
- baue ich auf eigenen Grund
- welche Pflanzen will ich kultivieren
- wird das Gewächshaus im Winter beheizt
- Glas oder Doppelstegplatten

Ist eigener Grund vorhanden, kann man das Gewächshaus auf ein richtiges Fundament stellen. Will man das Haus im Winter beheizen, empfielt es sich, das Fundament in einer Tiefe von 80cm zu gründen. Je besser das Fundament ausgeführt wird, desto niedriger sind im Winter die Heizkosten. Das Fundament ist ein nicht unwesentlicher Wärmespeicher.
Wichtig ist auch zu wissen, das nicht alle Kakteen die gleiche Überwinterungstemperaturen vertragen.

Vor Baubeginn ist unbedingt auf die jeweiligen Baubestimmung der Kommune/Stadt zu achten. Nicht in jeder Stadt ist ein Gewächshaus Baugenehmigungsfrei. Sprechen Sie auch mit Ihrem Nachbar darüber, denn u.U. gilt es, Abstände zum Nachbargrundstück einzuhalten.

 

 



Heizen im GH


Hat man keine Möglichkeit, das Gewächshaus von der hauseigenen Heizung mitzuheizen und will die Pflanzen im GH überwintern, braucht man eine seperate Heizung. Ist das GH groß genug, lohnt es sich darüber nachzudenken, eine eigene Warmwasserheizung zu integrieren. Diese kann man durchaus mit Holz oder über Solarzellen beheizen. Für kleinere GH kommt doch eher eine Gas- oder Elektroheizung in Frage. Beides hat Vor- und Nachteile auf die ich hier nicht näher eingehen möchte.

Ein weit verbreiteter Irrtum, der sich hartnäckig hält, ist die Meinung, man müsse das GH nach unten gegen aufsteigende Kälte dämmen.
Ab einer Tiefe von etwa 80cm bis einem Meter herrscht bekanntlich im Winter eine Temperatur von ca.5°C. Ist das Fundament frostfrei gegründet und nach aussen hin gedämmt, steigt diese Wärme nach oben. Diese 5°C breiten sich über den gesamten Fussboden aus und dienen als Fussbodenheizung.
Tagsüber und bei Sonnenschein, werden im Winter im GH schnell 20 Grad und mehr erreicht. Durch den Einsatz von Ventilatoren bzw. Luftumwälzungen nimmt auch der Boden/das Fundament diese Wärme auf und kann sie Nachts wieder abgeben.
Schon vor langer Zeit nutzte man dieses Prinzip in den Erdhäusern der bot.Gärten. Auch  haben schon viele von Euch in den Weinbergen die Terassen gesehen, in denen aufgeschichtete Steine als Rückwand der Wärmespeicherung dienen. Eine Kombination dieser Faktoren hilft im Winter Heizkosten zu sparen.
Isoliert man den Fussboden nach unten, wird jegliche Möglichkeit genommen, Wärme zu speichern, denn Luft speichert bekanntlich Wärme nicht.

Zur Berechnung des Wärmebedarfs hier mal ein Beispiel.
Die Wärmemenge die zugeführt werden muss, richtet sich nach dem Temperunterschied zwischen Innen- und Aussentemperatur. Zur Berechnung wird immer die tiefste Aussentemperatur von -20°C herangezogen. Die Innentemperatur richtet sich nach dem Pflanzenbestand. Bei einer benötigten Innentemperatur von +10°C ergibt sich eine Temperaturdifferenz von 30 K (Grad Kelvin, wird so angegeben). Bei +15°C ist die Differenz 35 K usw.
Der Wärmeverlust ist von der Größe und des verwendeten Materials beim GH Bau abhängig. Glas, Doppelstegplatten oder Mauerwerk lassen die Wärme im Gewächshaus unterschiedlich entweichen und muss daher einzeln berechnet werden. Für den Wärmeverlusst/Wärmedurchgang ist eine Wärmedurchgangszahl, K-Wert, festgelegt. Mit der jeweiligen Fläche und der Wärmedifferenz multipliziert ergibt sich der Wärmeverlust der jeweiligen Fläche des GH auf die Materialart bezogen. Klingt kompliziert, isses aber nicht.
Material                                                                  Stärke in mm                             Durchgangzahl K-Wert
Glas                                                                           4 - 6                                                          5,2
Doppelstegplatten                                                       16                                                          2,8
Ziegelmauer                                                               120                                                          2,8
Betonwand                                                                  120                                                         3,4

Als Berechnung soll ein 3 x 8 m langes, Seitenhöhe 1,60 m und Giebelhöhe 2,50 m hohes GH mit Doppelstegplatten dienen. Besonderheit hierbei: 2lfd m werden für andere Pflanzen abgetrennt. Im kleiner Teil des GH soll eine Mindesttemperatur von +5°C, im größeren +15°C herrschen. Das GH steht ebenerdig.
Zuerst wird die gesamte Oberfläche der Doppelstegplatten berechnet. Diese beträgt für das 6 x 3m größere GH  55m². Bei dem angenommenen K-Wert von 2,8 für die Doppelstegplatten (55 x 2,8) ergibt dies einen Wert von 154. Dieser Wert wiederum wird mit der Temperaturdifferenz von 35 K multipliziert: 5390. Noch nicht berücksichtigt ist in dieser Berechnung der Fussboden. Hier wird in der Berechnung als Tiefsttemperatur immer +7°C angenommen. Fläche Fussboden ( 18m² ) x 8 K x 3,4 = 490. Dieser Wert 490 + 5390 = 5880 W entspricht dem Wärmeverlust und muss somit in Form von Heizenergie, ca. 6kW wieder zugefügt werden. Die 6kW gelten bei einer Aussentemperatur von -20°C.
Der abgetrennte Teil hat eine Oberfläche von 28,4m² x 2,8 (K-Wert Stegplatten) x Temperaturdifferenz (+5°C bis -20°C) 25K = 1988 W entspricht 2 kW Heizenergie. Der Fussboden wird hierbei nicht berücksichtigt, da die rechnerische Temperatur von +7°C für den Fußboden höher als die angestrebte Raumtemperatur ist. Weiterhin ist bei der Berechnung die Temperaturdifferenz an der Abgrenzung zwischen den zwei Abteilungen des GH, einmal +5°C und einmal +15°C nicht berücksichtigt. Kann man machen, dann gehts aber schon in Richtung Doktorarbeit.
 Reduzieren kann man die zugeführte Heizenergie allerdings noch durch die zusätzliche Anbringung von Luftpolsterfolie. Dabei hat es sich gezeigt, das diese außen auf das Gewächshaus angebracht, einen größeren Dämmefekt hat als innen. Dadurch lassen sich, je nach verwendeter Folie durchaus die Heizkosten um bis zu 50% reduzieren. Ich verwende dazu Folie mit 3cm Noppen. Auf diese Folie kommt noch eine glatte Folie. Die gesamten Stöße überklebe ich mit wetterfesten Isolierband. Diese "Haube" ist winddicht und es entstehen keine Löcher, die das Luftpolster unnötig auskühlen.




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